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Schützenfest in Hülchrath

15.06.2017 - 14:30 Uhr

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Das Königssilber, der Stolz der Bruderschaft

von Peter Schmitz

Mit berechtigtem Stolz darf die Schützenbruderschaft auf den Besitz ihres Königssilbers schauen und in den Vitrinen ist so mancher Silberschatz vorhanden.

Die Königskette als solche hat gewiss einen großen Wert, vor allem aber in ihrer historischen Aussage, die sie in sich trägt. Sie ist in der Tat ein Silberschatz und dazu noch ein regelrechtes Geschichtsbuch.

 


Die Hülchrather Schützenbruderschaft hatte Glück, die Kette über viele Kriege hinweg vor einem Verlust retten zu können. So wurde sie im letzten Krieg vom damaligen Geschäftsführer Hubert Derichs unter einem Briketthaufen vor einem möglichen Verschwinden gerettet.

Die Väter und Vorväter unserer Schützen haben uns die Kette überliefert und sie kündet vom Brauchtum, dass sich durch die Jahrhunderte erhalten hat. Sie wird immer wieder bei Festen nah und fern gern und ausgiebig bestaunt.

Im Laufe der Jahre hat sie stets an Gewicht zugenommen. Da stellt sich dann auch gleichzeitig die Frage, ob es sich hier um echtes, schweres Silber handelt, was die Kette denn so gewichtig macht, oder ist auch etwas unedles dazwischen gekommen.

Es muß gelegentlich schon etwas unedles im Spiel gewesen sein, weil am Pfingstfest des Jahres 1748 die Bruderschaft den Beschluß fasste, dass der jeweilige Königein Schild von 4 Lot Silber für die

Königskette zu stiften hat.

 


Nun, was versteht man unter dem Begriff Lot? Unter Lot versteht man die Metallegierung = Silbergehalt.

In früherer Zeit gab es schon immer Probleme mit dem Silbergehalt von Silbergegenständen. Die damaligen Zünfte und Städte wachten streng über den jeweiligen Silbergehalt, der auch von Silberschmieden nachgewiesen werden musste. Rechtliche Vorschriften über den Silbergehalt in Silbergegenständen gab es schon im 13. Jahrhundert und später kam dann im Jahr 1548 ein Reichsgesetz dazu.

Ein Silbergegenstand beispielsweise von

16 Lot entsprach dem heutigen Feinsilber (Bezeichnung 1000)

 

Zwischen dem damaligen Königsschild mit 4 Lot und 16 Lot besteht schon ein erheblicher Unterschied. Da konnte dem Unedlen noch ein erheblicher Teil unedles Metall beigemischt werden. Aber 4 Lot Silber hat man schon damals als akzeptabel für die Königskette angesehen. Dennoch meine ich, ist dieser Silberschatz Goldeswert.

So ist das nun mit unserem Königssilber und ihrem Silbergehalt. Von unseren Schützen wird sie sehr begehrt und manch einer ist stolz darauf, sie einmal beim Schützen- und Heimatfest als König tragen zu dürfen.

Sie ist in unserer Traditionspflege nicht wegzudenken, wobei natürlich auch hier hinsichtlich der Brauchtumspflege und des gesamten schützenfestlichen Geschehens viel symbolkräftiges mitspielt.

Der Schützenkönig sticht gegenüber den übrigen Schützen dadurch heraus, dass er bei seinen öffentlichen Auftritten eine große Kette trägt.

Und warum eine Kette?

Weil es überlieferte Tradition ist. Was für manche Könige und Königinnen die Krone, für den Bischof der Krummstab und für den Bürgermeister die Amtskette, das ist für den Schützenkönig die Königskette mit der Silbertaube. Bei der Silbertaube an der Hülchrather Königskette handelt es sich um ein Geschenk des Dycker Fürsten, der auch langjähriger Protektor unserer Schützenbruderschaft war. Die Schützen standen zu damaligen Zeiten bei den Fürsten in großem Ansehen, weil sie als geübte Schützen wehrhaft den Fürsten große Dienste leisteten und auch für die verschiedensten Ordnungsaufgaben bereit - standen.

Wenn wir einige Schilder der Kette betrachten, dann fällt das Schild aus dem Jahr 1619 ins Auge, was allerdings nicht mehr an der Kette getragen wird. Es wird, um es vor einem möglichen Verlust zu bewahren, separat aufbewahrt.

Auffallend ist ein Schild aus dem Jahr 1858, wo sich der König als Schützenkönig zu Hülligrath bezeichnet.

Die Könige im Jahr 1862 und 1867 gaben an König von Hülgrath zu sein.

Wir stellen fest, dass die Ortsbezeichnung Hülchrath keineswegs mit der amtlichen Bezeichnung übereinstimmt..

Da aber Hülchrath bereits zur damaligen Zeit die heutige Bezeichnung führte, ist anzunehmen, dass es sich hierbei um eine originelle, dialektische Herausstellung handelt.

Die beiden Brustschilder der Königsoffiziere, auch Halskragen genannt, wurden gestiftet von Johann-Peter Pohl per Hülchrath. Als Lieutenant der Bruderschaft gegeben in 1819.

Für den Brudermeister wurde eigens ein Brustschild mit folgendem Inhalt gestiftet:
Philip Schreiber der ämteren Hülch und Erprath der Bruderschaft S. Sebastiani in Hülchrath
Sextarius und Brudermeister, im Jahre 1776 König.

Die Brustschilder haben anläßlich des großen 650-jährigen Jubelfestes im Jahr 1998 einen neuen Glanz erhalten. Jubiläumskönig Manfred Wittich hat die Schilder fachmännisch herrichten lassen und diese können nunmehr bei unseren Festen bewundert werden.

Zurückkommend auf das Gewicht der Königskette ist anzumerken, dass der Schützenkönig im Jahr 1816 leichter hatte als seine Vorgänger. Er mußte nicht, das bis dahin vorhandene Gewicht der Kette schleppen, da 42 Schilder an der Kette fehlten. Die Bruderschaft hatte dazumal eine blanke Kasse, da sie die Unkosten eines geführten Prozesses, den sie zwar gewonnen hatte, bezahlen mußte.
Aber die Schützen wußten Rat und um keinen etwas schuldig zu bleiben, versilberten sie 42 Stück der Königskette.
So war das, wenn die Schützen in Zeiten der Not auf ihre Silberschaft zurückgreifen mußten. Durchaus keine Seltenheit bei den Schützen zu damaligen Zeiten. Dadurch gingen dann im Laufe der vielen Jahre leider schöne kostbare Silberstücke verloren, Zeugnisse unserer historischen Vergangenheit.
Heute allerdings sind die Schützen darauf bedacht, dass keine Silberstücke mehr verloren gehen, sondern altes, historisches Silber wird neu poliert und auf Hochglanz gebracht. Stolz sein können wir deshalb auf alte, neu bearbeitete Silberstücke.

Viele Schützenmajestäten unserer Bruderschaft können auch beim Nachlesen auf den Königsschildern feststellen, dass sie königliche Vorfahren und damit Königsblut in ihren Adern haben.
Wir wünschen uns, dass die Kette im neuen Jahrhundert zu friedlichen Zeiten, bei unseren Festen durch unsere Straßen getragen werden kann.

Peter Schmitz
(Ehrenbrudermeister)