Chronik Schloß Hülchrath
1120 Erste schriftliche erwähnung (Holkerode) "castellum munitissimum et vetusissimum" (sehr alte befestigte Burg)
um 1200 Kampf um die Reichsherrschaft zwischen Philipp v. Schwaben (Sohn Kaiser Friedrich)
und
Otto v. Braunschweig (Sohn Heinrich des Löwen)
1206 Sieg Phillip v. Schwaben in der Schlacht bei Wassenberg. 27.7.1206 in der Kölner Stadtchronik vermerkt: Auf Bitten der Freunde des Grafen v. Sayn verschonte König Phillip dessen Burg Hülchrath.
12 - 14 Jhrd. Mehrfacher Besitzerwechsel.
12 Jhrd. Grafen von Saffenberg - bei Altenahr.
1175 Erbschaft weibl. Linie Grafen v. Sayn - Westerwald.
1247 Starb das Geschlecht derer von Sayn aus und die Grafschaft Hülchrath fiel an die Grafen von Sponheim (Hunsrück)
1255 Heirat Adelheid, Tochter des Grafen v. Sponnheim mit Graf Dietrich von Kleve ( Schloß Hülchrath als Mitgift).
1275 Tod Dietrich und Übernahme der Grafschaft Hülchrath durch seinen Sohn Dietrich Luf.
1285 Heirat des Dietrich Luf mit Lisa, Witwe des Grafen Heinrich von Kessel aus Grevenbroich.
1314 Verkauf der Grafschaft Hülchrath durch Dietrich Luf an den Kölner Erzbischof Heinrich v. Virneburg zum Kaufpreis von 30.000 Pfund Silber.
1323 Durch den Besitz der Grafschaft Hülchrath waren die Kölner Erzbischöfe in der Lage ihren bisher isolierten Besitz durch eine Landbrücke zu verhindern und zu sichern zu können. Bis zur Auflösung des Kurstaates Ende des 18. Jahrhunderts, ließen die Kölner Erzbischöfe Amt Hülchrath durch einen Amtsmann verwalten.

Ausbau der Burg im großen Stil und Befestigung.
16/17 Jhrd. Religionskriege
1583 Konflikt des Erzbischofs Truchseß von Waldburg mit dem Kölner Domkapitel (Wegen der Heirat mit Agnes v. Mansfeld und sein Überwechselnzum protestantischen Glauben) Zerstörung der Burg Hülchrath durch den vom Kölner Domkapitel beauftragten Friedrich von Sachsen - Lauenburg und anschließende Übernahme des Amtes Hülchrath durch ihn. Anschließender Wiederaufbau der Burg.
1608 Letzte Ausbauphase: Verlegng des Vorburgzuganges nach Osten mit gleichzeitiger Neugründung desOrtes Hülchrath in schachbrettförmigenem Muster.
Der Ort wurde mit Wall und Graben umgeben und in die Anlagen der Burg einbezogen. Das Schloß erhielt neben dem Burgfried -richtig: Torturm, da bis 1608 durch ihn der Zugang in das Hochschloß führte einen gedrungenen Bastionsturm.
Im Innenhof wurde im Westen eine Renassance - Arkade mit mächtigen Vollsäulen doppelstöckig erbaut, seitlich begrenzt von einem schlanken, hohen Turm mit abschließender Rundkuppel und Umgang, der vermutlich zur Sternbeobachtung diente. Die Front des Pallas erhielt damals auch einen reichen Schmuck in Renaissance Formen.
1642 Bombardierung des Schlosses während des 30 Jährigen Krieges.
1687

Besetzung der Burg während des französisch niederländischen Krieges durch Soldaten des Fürstbischofs von Osnabrück. als Ergebnis des Friedensschlusses mußte der Kölner Lehnsherr seine weiterreichenden Bastionen und Festungswerke schleifen lassen, somit auch die Burg Hülchrath, wobei die Bürger von Neuss, Hülchrath, Liedberg und Linn Hand und Spanndienste leisten.
Das Hochschloß blieb zwar weiterhin bewohnt, doch wurde inseine Unterhaltung nichts mehr investiert, so daß es zum Ende des 18 Jahrhunderts langsam zu einer Ruine verfiel.
(romantisierende Bilder des Malers F. A. Reuter)

1794 Das Kurfürstentum Köln wurde zerschlagen. Der Linke Niederrhein wurde französische Republik, später französisches Kaiserreich von Napoleons Gnaden.
1803 Kauf des Schlosses für 4929 frances durch die Familie v. Pröpper. Diese bewohnte das Schloß fast 100 Jahre bis zum Aussterben des letzten Familienmitglieds.
   
1874 Kauf des Schlosses durch Fürst Alfred v. Salm Reifferscheidt Dyck
1907 Ausbau u. Renovierung durch Graf Rudolf v. Benningsen
1930 Besitz der landesbauernschaft Rheinland
1937 Das Naziregimes hielt sich bis gegen Kriegsende im Schloß auf. Angeblich auch die Gruppe Werwolf.
1945 Nach dem Krieg wurde das schloß zu einer notunterkunft für zahlreiche Ostflüchtlinge umfunktioniert.
1954 Kauf und Bewirtschaftung des Schlosses durch die Familie Wennmacher aus Mönchengladbach bis heute.
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