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Schützenfest in Hülchrath

15.06.2017 - 14:30 Uhr

Bis zum Schützenfest sind es

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Nä, wat wor dat dann fröher en superjeile Zick

 

Im Rahmen der Redaktionsarbeit für die Festschrift in unserem Jubiläumsjahr wurden uns neben den vielen Bildbeiträgen eine Vielzahl von Erlebnissen und Anekdötchen geschildert, die vielfach schon 50 Jahre und mehr zurücklagen. Die Schilderungen waren so lebendig und verlangten geradezu danach, aufgeschrieben zu werden.

 

Die Redaktion der damaligen Festschrift hatte bereits erkannt, was für ein Potential in diesen Erinnerungen steckt und das diese möglicherweise irgendwann verloren gehen. Auf Grund der im Jubiläumsjahr so vielfältigen Aufgaben wurde dieses Thema nicht weiter vertieft. In diesem Jahr haben wir dies jedoch nachgeholt. In Anlehnung an den aktuellen Musiktitel der Kölner Kapelle ‚Brings’ hatte die Redaktion der Festzeitschrift die Ehrenmitglieder und ältesten Schützen des Regimentes am Sonntag den 24.02.2002 in der Gaststätte Zur Post zu einem Frühschoppen eingeladen.

Auf Grund der an diesem Vormittag von den ‚Alt – Schützen’ in lebendiger und vielfältiger Form vorgetragenen Geschichten und Anekdötchen, ist beabsichtigt, diese Veranstaltung in den nächsten Jahren zu wiederholen und daraus weitere Beiträge für die jeweilige Festschrift zu erstellen.

 

Manöver in Mühlrath

 

Am Schützenfest – Montag wurde bis 1971 in Mühlrath das Manöver abgehalten. Das Manöver war vergleichbar mit einem traditionellen Biwak im Freien, mit großen Bierfässern, Holztischen und Bänken. Die Tische und Bänke wurden morgens mit dem Trecker nach Mühlrath gefahren. Als Manöverwirt fungierte stets Fritz Steins (Höppches Fritz). Für die feste Nahrung sorgten die Schützen selbst. Brot und Brötchen wurden von der Bäckerei Erschfeld, Wurst, Speck und Mett von der Familie Tilger gespendet.

 

Auf dem Manöver ging es immer hoch her, es wurde viel Blödsinn gemacht.

 

Dem Generaloberst wurde der Säbel geklaut,

 

es kam regelmäßig vor, dass der Oberst in Mühlrath mit der Leiter auf das Pferd steigen musste. Zu seinem Ärger hatte man dann auch noch den Sattel falsch herum befestigt, oder

 

es wurde ein Schütze in den Bunker in Mühlrath gesteckt und bekam jede halbe Stunde ein Bier. Er wurde erst eine Stunde vor Abmarsch aus dem Bunker entlassen und durfte die Reste trinken.

 

Nach dem Biwak war um 16°° Uhr Antreten zur Parade mit anschließendem Umzug. Generaloberst Tilger kontrollierte die Schützen und ließ nur die mitmachen, die noch einigermaßen laufen konnten. Die letzte Veranstaltung in der zuvor beschriebenen Form in Mühlrath wurde im Jahr 1971 durchgeführt.

 

 

 

Das Schützenfest ging erst ab der 600 - Jahrfeier bis Dienstags, vorher war Montags Schluss, allerdings wurde zu dem Zeitpunkt noch eine Spätkirmes im September abgehalten.

 

 

Zeltaufbau / Bewirtung /

 

Die Zelteverleiher waren häufig unzuverlässig, so dass oft in letzter Minute ein Gastwirt aus dem Ort in die Bresche springen musste. Wie auch heute bei den Zelteverleihern üblich, übernahmen die Wirte mit dem Zeltaufbau auch die Bewirtung.

 

Das Zelt wurde von verschiedenen Leuten auf eigene Kosten aufgestellt, es gab auch Zelte die sehr abenteuerlich aussahen.

 

Fritz Steins (Höppsches Fritz) stellte zum Schützenfest häufig das Zelt auf und veranstaltete auch den Vogelschuß.

 

In den Jahren 1956 – 1960 hat das Festzelt an folgenden Plätzen gestanden:

1956 -                   bei Dahmen (Sportplatz)

1957 - 1959          bei Steins

1960 -                   bei Nix (hinter der Tankstelle)

 

 

Schießstand / Königsvogel

 

Der Königsvogel wurde viele Jahre von Otten Jupp gebaut. Der Vogel war stets sehr groß und wurde aus massivem Ulmenholz gemacht sowie anschließend gekocht. Manchmal musste er während des Vogelschusses von der Stange geholt werden. Dann wurde er mit der Axt bearbeitet, weil man es nicht schaffte ihn mit den selbst gegossenen Bleikugeln von der Stange zu holen.

 

Nollen Hermann, er war Flügelleutnant der Fahnenkompanie. Bei einem Vogelschuss am Jägerhof, wollte er auf einem Stuhl sitzend mit einem Jagdgewehr auf den Vogel schießen. Getroffen hat er nicht, aber durch den Rückschlag des Gewehrs fiel er rückwärts vom Stuhl.

 

 

Schießmeister, Fahnen- und Lanzenträger

 

Vor dem 2. Weltkrieg war Küppisch Mösch der Schießmeister unserer Bruderschaft. Er ging immer hinter dem Zug her und schoss mit den sogenannten Katzeköpp. Auch bei den Fronleichnams-prozessionen wurde in ausreichendem Sicherheitsabstand an jeder Station geschossen. (Als Katzeköpp bezeichnete man die Eisengewichte in den Böllerkanonen)

 

Peter Mausberg, auch genannt Küxje, der Vater von Jakob Mausberg trug jedes Jahr zum Schützenfest den Rest einer 

historischen Hülchrather Fahne zur Schau. Der ‚Fetzen’ hatte in den zurückliegenden Kriegen einiges abgekriegt und war nicht mehr größer als ein Taschentuch.

 

Oft sagte Peter zu seiner Frau: ‚Esch donn diss Johr Schötzefess nett mött’. Aber wenn dann an Fronleichnam dat Trömmelsche jing, rief er zu seiner Frau: ‚Mach die Sache ferdich, esch muss Schötzefess fiere’. Seine Frau wusste das und hatte die Sachen bereit liegen.

 

 

Hösen ? genannt Krupp und Vieser Wilhelm waren die Lanzenträger (Königsadjutanten), die immer neben dem König während der Umzüge gingen. Vieser Wilhelm war auch ein Schützenfestfanatiker. Wenn Schützenfest gefeiert wurde, dann richtig. Beim Feiern der hl. Messe hielt man ihm den Klingelbeutel hin; Vieser Wilhelm war eingenickt. Als er den Klingelbeutel vor sich sah, sagte er: ‚Was, schon wieder Damenwahl ?’

 

Blasmusik

 

Wie wir aus den Erzählungen der ‚Alt-Schützen’ erfahren konnten, gab es auch in deren Jugend bereits Probleme mit der Blasmusik und den Zeltewirten.

 

Die Bruderschaft hat sich daher zu Beginn der dreißiger Jahre um eine eigene Blasmusik bemüht. Auf Anfrage der St. Sebastianus Bruderschaft Hülchrath hat im Jahr 1933 der aus Düsseldorf stammende Kapellmeister August Henning in Hülchrath ein Trompetercorps gegründet. Das Geld für die Anschaffung der Musikinstrumente streckte die Bruderschaft teilweise vor. Dafür musste das Musikercorps an Schützenfest und anderen Veranstaltungen aufspielen.

Die Bruderschaft stellte zunächst einen Betrag von DM 400,00 zur Verfügung. Aufgrund erforderlicher Mehranschaffungen wurde dieser Betrag nochmals um DM 101,00 aufgestockt.

Nach Bekanntgabe, dass in Hülchrath ein Musikcorps gegründet werden sollte, meldeten sich viele Musikbeflissene. Der Kapellmeister August Henning nahm mit viel Engagement seine Arbeit auf und formte das Trompetercorps nach anfänglichen Mißtönen zu einem klangvollen Blasorchester. Im Jahr 1935 erschien das Trompetercorps erstmals in neuer Uniform und spielte neben dem eigenen Schützenfest zu vielen Veranstaltungen in der Umgebung auf. Neben der Freude an der Musik, feierte der Kapellmeister gerne mit und war auch dem Gerstensaft nicht abgeneigt. Mitunter hätte der Herr Kapellmeister derart gesoffen, dass es auf dem Nachhauseweg keinen Quadratmeter gegeben hat, auf dem er nicht gelegen hätte.

 

Die Schützenkameraden, die ihn nach Hause brachten, wurden regelmäßig von seiner Frau beschimpft, weil diese angeblich den Kapellmeister zum Trinken verführt hätten. Wie erzählt wurde, sammelte der Kapellmeister auch regelmäßig Pferdeäpfel von der Straße auf und streute sie unter seine Erdbeeren.

Hülchrather Originale & orginelle Namensgebungen

 

In den Erzählungen der ‚Alt-Schützen’ kamen immer wieder Namen vor, die wohl nur noch die Gleichaltrigen kennen. Wie die Redaktion erfahren konnte, entsprachen diese Namen in der Regel nicht dem Familiennamen sondern waren Spitznamen oder aus dem Beruf des Vaters oder eines Verwandten abgeleitet.

 

Die Ausführungen zu diesem Thema waren so interessant und von einer Vielfalt, dass wir in der diesjährigen Ausgabe den Reigen mit den Hülchrather Originalen und den originellen Namensgebungen eröffnen und in den nächsten Jahren fortführen werden.

 

Weawischs Hubert = Hubert Tilger, Oberst der Sankt - Sebastianus Schützenbruderschaft. auch genannt Dä decke Tilger.

Wenn das Regiment am Montag nach dem Biwak in Mühlrath in Hülchrath Parade machte, ging er das Regiment ab, und sortierte die Schützen aus, die zu betrunken waren. Diese durften dann die Parade nicht mitmachen.

 

Oft ist es passiert, das der Oberst in Mühlrath mit der Leiter auf das Pferd steigen musste. Zu seinem Ärger hatte man dann auch noch den Sattel falsch herum befestigt.

 

Weawischs Jottfried = Gottfried Tilger, war Schausteller. Er hatte eine sogenannte Moppebud und eine Schießbude. Diese stellte er in Hülchrath an der Steinstraße (jetzt Herzogstraße) auf, wenn Schützenfest gefeiert wurde.

 

Nolle Johann = Johann Nollen, Adjutant von Hubert Tilger.

 

Nollen Hermann, er war Flügelleutnant der Fahnenkompanie und hat immer beim amtierenden Schützenkönig im Schilderhäuschen Wache gestanden. Natürlich wurde er dort immer reichlich mit Getränken versorgt.

 

Höppsches Fritz = Steins Fritz, er stellte zum Schützenfest häufig das Zelt auf und veranstaltete den Vogelschuß. Ein Spruch von ihm war. Lott die Kanariefüel ömmesönns eren, dann kumme die Angere von selvs. Mit Kanariefüel meinte er die Frauen. Höppsches Fritz war es auch, der beim Biwak in Mühlrath für die Bewirtung verantwortlich zeichnete.

 

Klonisch Pitter = Peter Hilgers, seines Zeichens Adjutant von Generaloberst Christian Lück. Bei Klonisch auf`m Hoff wurden an den Schützenfesttagen die Musiker beköstigt. Jakob Steins sagte in dem Gespräch: ‚Dä hat ihr unges jeklaut’. Peter Hilgers war vorher bei den Scheibenschützen aktiv.

 

Düwels Hans = Hans Hardy. Er bewachte nicht nur das Zelt sondern auch an Fronleichnam die zur Prozession ausgeschmückte und mit Rosenblättern dekorierte Broichstraße. Die Kinder machten sich oft einen Spaß daraus, einen Teil des Blumenteppichs in Unordnung zu bringen, um dann zu sehen wie Hans mit seinem Stock wild gestikulierend die Kinder vertreibt.

Er hatte eine vielleicht rauhe Schale aber ein weiches Herz. Be Düwels wor fröher en Hippe - Deck - Station.

 

Schreinisch Pitter = Peter Schmitz, 30 Jahre Brudermeister von Hülchrath, hat seinen Namen von seinem Vater, der Schreiner war.

 

Otten Jupp war Stellmacher und baute viele Jahre für die Bruderschaft den Königsvogel. Gleichzeitig war er auch Kassierer der Bruderschaft. Bei den Abrechnungsversammlungen holte er aus seiner Hosentasche einen kleinen Zettel hervor und verlas davon den Kassenbericht.

 

Grühl = Gilles Heinrich, Bauernhof links neben Nilgen. Seinen Namen bekam er, warum wohl ? Na klar, weil er geizig war.

 

Kohle Küppisch = Hubert Derichs, der hier in Hülchrath eine Kohlenhandlung hatte.

 

Batze BrauerBäckerei Zimmermann ( Käthe Day).

 

 

Heinrich Schneider